So
09
Okt
2011
SG Preußen III nun Favorit Nummer Eins
Spätestens seit gestern Nachmittag hat die Kreisliga C1 einen Topfavoriten auf den Aufstieg. Der alte und neue Tabellenführer SG Preußen Gladbeck III gewann das vorgezogene Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Anadolusport Gelsenkirchen mit 2:1 (0:0) und bleibt auch nach dem 8. Spieltag punktverlustfrei an der Tabellenspitze. Dabei hatten die Gäste die bessere Chancen, scheiterten aber entweder an SG-Keeper Lukas Cichowlas oder am eigenen Unvermögen. Auf'm Platz war für euch live vor Ort.
*Inklusive Bilder und Impressionen vom Spitzenspiel*
Präsentiert von:
8. Spieltag in Gladbeck
Kreisliga C, Gruppe 1
SG Preußen Gladbeck III - Anadolusport Gelsenkirchen 2:1 (0:0)
SG-Trainer Heinz-Jürgen "Heiner" Wroblewski hatte vor der Partie die Qual der Wahl: Sein kompletter Kader war am Samstagmittag gekommen, dieses Spiel wollte keiner verpassen. Wroblewski musste sich aber wie jedes Wochenende für elf Spieler entscheiden, so dass insgesamt sechs (!) Spieler auf die Ersatzbank mussten. Dieses Duell gewann man schon vor dem Anpfiff gegen die Gäste aus Gelsenkirchen, die mit nur 13 Spielern angereist waren. Trotz des sehr unbeständigen Wetters inklusive eines heftigen Hagelschauers nur kurze Zeit vor dem Anpfiff fanden sich viele Zuschauer für ein Kreisliga-C-Spiel an der Konrad-Adenauer-Allee ein. So waren unter anderem auch Spieler der ersten und zweiten Seniorenmannschaft von der SG zugegen, wie auch der Trainer der Zweiten, Michael Sandmann. Der Ascheplatz war in einem tadellosen Zustand, das viele Wasser, dass am Samstag und in den Tagen zuvor vom Himmel gefallen waren, steckte der Platz zum wiederholten Male ausgezeichnet weg. In diesem Punkt ist die Platzanlage schon Bundesligareif.
Doch dafür, dass die Rahmenbedingungen bei den Gastgebern zu stimmen schienen, lief die Partie alles andere als in die richtige Richtung aus SG-Sicht. So waren es die Gäste, die bereits in der 2. Minute nach einem Eckball frei zum Schuss kamen und dem 0:1 gefährlich nah kamen. Der Schuss aus elf Metern ging allerdings knapp über das Tor. Auch dieser scheinbar frühe Warnschuss weckte die Mannschaft um den heimlichen Star Jan Schnarr nicht auf. Der Tabellenführer ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren und die Gäste kamen in der 9. und 20. Minute zu weiteren hochkarätigen Chancen, doch SG-Keeper und -Kapitän Cichowlas blieb in den ersten 45 Minten bester Akteur auf dem Feld und parierte das ein oder andere Mal klasse und hielt so sein Team im Spiel. Erst zum Ende der ersten Halbzeit wurde der Tabellenprimus stärker und konnte sich aus der Beklammerung der Gelsenkirchener befreien. So landete eine missglückte Flanke von Niko Frei kurz vor dem Pausentee an der Latte. Doch das war auch die einzig gefährliche Chance der Gastgeber. Wroblewski war nach 45 Minuten dennoch nicht unzufrieden: "Klar, die ersten Minuten wurden wir ganz schön eingeschnürt und wir konnten froh sein, nicht schnell 1:0 oder 2:0 zurück gelegen zu haben. Doch zum Ende hin konnten wir das Spiel ausgeglichener gestalten und ich bin optimistisch für die 2. Hälfte", sagte der SG-Coach kurz vor Wiederbeginn der Partie zu den anwesenden Auf'm Platz-Redakteuren.
Doch die zweite Halbzeit begann, wie die erste Hälfte auch schon begonnen hatte. Dieses Mal war es sogar noch die erste Minute der zweiten Hälfte, als Anadolusport-Stürmer Ahmet Geneli plötzlich das leere Tor vor sich hatte, in den Ball grätschte und der Ball dennoch knapp am Tor vorbeistriff. Die SG-Zuschauer atmeten alle tief durch, die Führung für den Tabellenzweiten wäre mittlerweile mehr als verdient gewesen. Doch mit dieser Chance wendete sich das Blatt und der Tabellenführer nahm das Heft nun in die Hand. Wie verwandelt schienen beide Mannschaften. Anadolusport gelang von nun an fast gar nichts mehr. Sowohl die SG-Defensive als auch -Offensive arbeiteten jetzt insgesamt besser gegen und mit dem Ball, so dass auch der Gastgeber zu ersten Chancen kam. Mit der ersten Großchance zappelte dann der Ball auch im Netz. Ein langer Ball von der rechten Seite von Matthias Redenz und Jan Schnarr stielte sich im Rücken der Abwehr davon und nahm den Ball volley aus der Luft und schoss das runde Leder knallhart und unhaltbar ins Tor (55.). Der SG-Jubel auf und neben dem Feld war groß, die Gäste schienen ob des größeren Chancenplus' wie konsterniert. So dauerte es auch nur weitere zehn Minuten und dieses Mal flog der Ball von der linken Seite quer durch den Strafraum und wie ein Spiegelbild des Führungstreffers nahm nun Daniel Olczyk das Leder direkt aus der Luft und traf zum scheinbar beruhigenden 2:0 (65.). Vorlagengeber war dieses Mal der Torschütze zum 1:0, Jan Schnarr, der am Samstagnachmittag insgesamt blasser zu sein schien, in den entscheidenen Momenten sein Können aber aufblitzen ließ. Dass überhaupt mal wieder Fußball gespielt wurde, freute die Zuschauer, denn kurz zuvor war SG-Akteur Stefan Schulz nach einem Foulspiel auch noch unglücklich aufgetreten und der Krankenwagen musste an die Konrad-Adenauer-Allee bestellt werden. Alles schien jetzt für den Gastgeber zu sprechen, doch wie aus dem Nichts und nach einem individuellen Fehler in der SG-Abwehr verkürzte urplötzlich Ahmet Geneli zum 1:2, nur fünf Minuten nach dem 2:0 (70.). Geneli verdiente sich das Tor, nachdem er schon das ganze Spiel über ein Unruheherd für die SG war und sowohl kämpferisch als auch technisch vorbildlich war. Doch leider hielt er das vorzeigbare Niveau, wie auch viele seiner Teamkollegen, nicht bis zum Ende hin durch. Viele unschöne Fouls, Meckereien, Schwalben und Diskussion auf und neben dem Spielfeldrand prägten dann die sehr nervöse Schlussviertelstunde. Anadolusport warf nun alles nach vorne, die SG versuchte zu kontern, kreirte aber keine gefährliche Chance mehr. In der langen Nachspielzeit wurde es dann noch einmal hektisch. Ein Gäste-Spieler flog noch nach einer Schiedsrichterbeleidigung vom Platz, einmal reklamierte Anadolusport Handelfmeter und eine Rudelbildung gab es auch noch oben drauf, die aber glimpflich endete.
Die Gäste schimpften nach dem Spiel auf den Unparteiischen, waren aber auch mit sich selbst unzufrieden. Spielertrainer Murat Karakaya von Anadolusport Gelsenkirchen war nach Spielende deswegen auch selbstkritisch: "Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen, wir haben heute definitiv unglücklich verloren. Aber die Saison ist noch lang, noch ist nichts entschieden, wir haben den Aufstieg noch nicht abgehakt." SG-Trainer "Heiner" Wroblewski war hingegen vollends zufrieden: "Wir wollten und haben heute auch weniger gemacht. Letzte Woche habe ich bereits angedeutet, dass uns auch ein Punkt reicht, jetzt haben wir gewonnen und ich bin stolz auf die Jungs." Nun kann der Chefcoach allerdings nicht mehr bescheiden bleiben, das ist ihm selbst auch bewusst: "Jetzt wird es natürlich schwierig sein, auf dem Teppich zu bleiben. Wir sind jetzt sicherlich der Topfavorit auf den Aufstieg und sind in der Favoritenrolle - zurecht. Damit müssen wir jetzt umgehen können."
Tore: 1:0 Jan Schnarr (55.), 2:0 Daniel Olczyk (65.), 2:1 Ahmet Geneli (70.)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Yücel Kilic (90.+2/Schiedsrichterbeleidigung)
So spielten sie:
SG Preußen: Cichowlas (C) - Diewald, Scholtyssek, C. Schulz, Redenz, Ossmann (84. Skomudek), Olczyk (78. Akgün), S. Schulz (62. Haddou), Zeaiter, Schnarr, Frei
Anadolusport: Arslanbay - Ziber (80. Tiryaki), Karakaya (C), Basol, Ay, Esen, Gamsiz, Pordogan, Geneli, Günebakan, Yigit (62. Kilic)







